Geschichte: „Die halbe Wahrheit“ Der Prophet Mohammed kam mit einem seiner Anhänger in eine Stadt, um zu lehren. Bald gesellte sich ein Anhänger seiner Lehre zu ihm; „Herr! In dieser Stadt geht die Dummheit ein und aus. Die Bewohner sind halsstarrig. Man möchte hier nichts lernen. Du wirst keine dieser steinernen Herzen bekehren.“ Der Prphet antwortete gütig: „Da hast recht.“ Bald darauf kam ein anderes Mitglied der Gemeinde freudestrahlend auf den Propheten zu: „Herr, du bist in einer glücklichen Stadt. Die Menschen sehnen sich nach der rechten Lehre und öffnen ihre Herzen deinem Wort.“ Mohammed lächelte gütig und sagte wieder: „Du hast recht.“ „Oh Herr,“ wandte da der Begleiter Mohammeds ein, „zu dem Ersten sagtest du, er habe recht. Zu dem Zweiten, der genau das Gegenteil behauptet, sagst du auch, er habe recht. Schwarz kann doch nicht Weiß sein. Mohammed erwiderte: „Jeder sieht die Welt so, wie er sie erwartet. Wozu sollte ich den beiden widersprechen? Der eine sieht das Böse, der andere das Gute. Würdest du sagen, dass einer von beiden etwas Falsches sieht? Sind doch die Menschen hier wie überall böse und gut zugleich. Nichts Falsches dagte man mir sondern nur Unvollständiges.“ (Peseschkian, Der Kaufmann und der Papagei, 1979)