Geschichte: „Wer A sagt, muss auch B sagen“

In einer Unterrichtsstunde, im Orient als Maktab bezeichnet, hatte der Lehrer mit einem Jungen große Probleme. „Sag A !“ (persisch: alef) Der Junge hob nur verneinend den Kopf und kniff die Lippen zusammen. Der Lehrer übte sich in Geduld und begann wiederum: „Du bist so ein netter Junge, sag doch A. Das tut doch nicht weh.“ Dafür empfing er bloß einen abweisenden Blick des Kindes. Schließlich, nach einigen Versuchen, riß dem Lehrer der Geduldsfaden „Sag A !“ schrie er, „sag A !“ Die Antwort des Kindes war nur: „Mm-mm“. Daraufhin ließ der Lehrer den Vater kommen. Zusammen beschworen sie den Kleinen, er soll doch nur A sagen. Endlich gab der Junge nach und sagte zum Erstaunen aller klar und deutlich A. Der Lehrer, überrascht von diesem päda- gogischen Erfolg, rief: „Maschallah, wie herrlich! Nun sag auch mal B.“ Da protestierte der Kleine heftig und schlug energisch mit seinen Fäustchen auf den Tisch: „Nun ist aber Schluss! Ich wusste ja, was auf mich zukommt, wenn ich bloß A sage. Dann wollt ihr, dass ich auch B sage, und dann muss ich noch das ganze Alphabet aufsagen, dann muss ich lesen lernen, schreiben lernen und rechnen lernen. Ich wusste schon, warum ich nicht A sagen wollte.“